Mittwochssoirée

Margret Heymann: Die jüdische Dichterin Mascha Kaleko (1907-1975)

verehrt und vertrieben – vergessen und wiederentdeckt

Mittwoch, 20. Mai 2026, 19.30
Gartensaal des Heine-Hauses

Mascha_Kaléko
Margret Heymann

In ihrem Vortrag erzählt Margret Heymann von und aus dem Leben der jüdischen Dichterin Mascha Kaléko, von ihren ersten großen Erfolgen 1930 in Berlin, von ihrer späten Flucht vor den Nationalsozialisten 1938 mit ihrem Mann Chemjo Vinaver und dem kleinen Sohn nach New York, von ihrem Heimweh nach Berlin. Heimisch fühlte sie sich seit 1938 nirgendwo mehr, weder in New York noch in Jerusalem, ihrem letzten Wohnort.

Aber „… zur Heimat erkor ich mir die Liebe“ lauten die letzten Zeilen ihres Gedichts „Die frühen Jahre“, und diese Liebe galt ihrem Sohn Steven und ihrem Mann Chemjo Vinaver. Seit dem Tod Stevens 1968 und dem von Chemjo 1973 war Mascha wirklich „heimatlos“. Für lange Zeit galt die Dichterin als vergessen. Erst ihrer Nachlassverwalterin Gisela Zoch-Westphal ist es nach Kalékos Tod 1975 gelungen, die Verlage wieder für sie zu interessieren. Heute zählt Mascha Kaléko zu den bekanntesten und wichtigsten Dichterinnen Deutschlands.

Margret Heymann ist Autorin und Theaterhistorikerin. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des deutschsprachigen Theaters und veröffentlichte mehrere Bücher und biographische Studien über Schauspieler und Theaterpersönlichkeiten, darunter über Elisabeth Bergner und Albert Steinrück. Ihre Arbeiten basieren häufig auf umfangreichen Archiv- und Quellenrecherchen und widmen sich insbesondere der Theaterkultur des frühen 20. Jahrhunderts.

Bildnachweis:
Mascha Kaleko. Von Fotoatelier Ullstein – https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/die-heimatsuchende/, gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181903918