Aktuell

Kabinettausstellung im Heine-Haus Hamburg

Badefreiheit. Schriftstellerinnen und ihre Kurorte.

Johanna Schopenhauer, Rahel Varnhagen, Fanny Lewald.

11. September 2026–30. April 2027
im Heine-Haus

Opiz_Pyrmont_Allee
J.Schopenhauer_Varnhagen_Lewald

Kurorte waren im 19. Jahrhundert nicht nur Orte der Erholung. Für viele Frauen eröffneten sie Räume, in denen sie sich freier bewegen und gesellschaftliche Schranken überschreiten durften.

Die Ausstellung Badefreiheit. Schriftstellerinnen und ihre Kurorte erzählt von Reisen und Aufenthalten schreibender Frauen in Karlsbad, Pyrmont, Teplitz, Schwalbach, Schlangenbad, Wiesbaden und Baden-Baden. Im Mittelpunkt stehen Johanna Schopenhauer (1766 – 1838), eine Danzigerin, die in Hamburg lebte, bevor sie nach Weimar übersiedelte, wo sie einen berühmten Salon führte. Als erfolgreiche Schriftstellerin prägte sie die Goethezeit mit Romanen, Erzählungen und Reiseberichten, sowie Rahel Varnhagen (1771–1833), deren Briefe erst posthum von ihrem Ehemann veröffentlicht wurden und Fanny Lewald (1811- 1889), die in ihren Büchern die Emanzipation des Judentums und der Frauen propagierte und ebenfalls große literarische Erfolge feierte – Schriftstellerinnen, deren Texte und Lebenswege die kulturellen Möglichkeiten und Widersprüche ihrer Zeit spiegeln.

Der Kurort wurde für sie zum Erfahrungsraum: Hier begegneten sie anderen Reisenden, knüpften Kontakte, beobachteten gesellschaftliche Veränderungen und erprobten neue Formen weiblicher Selbstbestimmung. Zugleich zeigt die Ausstellung, welche Bedeutung Aufenthalte in den Badeorten für jüdische Frauen und die Geschichte der Emanzipation hatten. Ausgewählte Illustrationen veranschaulichen zudem die besondere Rolle der Mode auf den Kurort-Promenaden.

Zwischen Badekultur und Literatur, Geselligkeit und Rückzug, Konvention und Aufbruch fragt die Ausstellung danach, was es im 19. Jahrhundert bedeutete, sich Freiräume zu erobern – und darüber zu schreiben. Und warum Kurorte besonders geeignet dafür waren.

Laufzeit: 11.September 2026 – 30. April 2027

Heine-Haus, Elbchaussee 31, 22765 Hamburg

Öffnungszeiten/Besichtigung:

Das Heine-Haus hat keine festen Öffnungszeiten. Besichtigungen des Heine-Hauses sind grundsätzlich nach Terminvereinbarung möglich.

Das Haus ist nicht barrierefrei

Die Ausstellung ist aktuell nur zu den Veranstaltungsterminen (siehe Programm), wochentags ab 18 Uhr geöffnet, vor den Sonntagsmatinéen ab 10.30 Uhr. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September von 12 bis 16 Uhr. Zusätzliche Öffnungszeiten folgen.

Begleitende Vorträge: 30. September, 19.30 Uhr (weitere Termine folgen)

Kuratoren-Führungen: 11. Oktober, 11.30 Uhr; 25. Oktober, 11.30 Uhr (weitere Termine folgen)

Eintritt: 5,- Euro, Führungsgebühr 10 Euro

Gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien;

Rudolf Augstein Stiftung; Bodo Röhr Stiftung; Karin und Uwe Hollweg Stiftung

 

Bildnachweis:

Georg Emanuel Opitz: Große Allee, um 1820, Lithographie, Museum im Schloss Bad Pyrmont

Bild 2 (v.l.n.r.)
Lazarus Wihl:
Porträt der Fanny Lewald, 1851, Gemälde, Jüdisches Museum Berlin

Gerhard von Kügelgen: Johanna Henriette Schopenhauer geb. Trosiener (1766–1838), 1814, Gemälde, Klassik Stiftung Weimar, Bestand Museen, Inv.-Nr. KGe/00743. Foto: Sigrid Geske.

Peter Friedel: Rahel Varnhagen, 1800, Pastell, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Abteilung Handschriften und Historische Drucke, Signatur: Portr. Slg./Bildnisschrank/m 8361.

Literarische Sommerresidenz 2026

Literarische Sommerresidenz 2026

Angela Steidele

Angela Steidele: Foto Heike Steinweg

ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

Im August 2026 begrüßen wir die preisgekrönte Autorin und Historikerin Dr. Angela Steidele als Literarische Sommer-Residentin im Heine-Haus Hamburg. Die vierwöchige Residenz, die in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben wird, bietet der renommierten Schriftstellerin einen inspirierenden Rückzugsort für ihr literarisches Schaffen. Die Sommerresidenz wird finanziell von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius unterstützt und steht in der Tradition der philanthropischen und literarischen Geschichte des Heine-Hauses.

Angela Steidele, geb. 1968, Dr. phil., denkt in Romanen, Biographien und Essays über Geschichte als Gegenwart nach, über Kunst als Wissenschaft und Liebe als Provokation. Wissenschaftlich recherchieren – literarisch schreiben ist ihr Markenzeichen in Werken wie In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel, hingerichtet 1721 (zuerst 2004, neu 2021), Geschichte einer Liebe. Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens(2010), Anne Lister. Eine erotische Biographie (2017), Zeitreisen. Vier Frauen, zwei Jahrhunderte, ein Weg (2018) sowie Poetik der Biographie (2019). Ihr Roman Rosenstengel (2015) wurde mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet. Aufklärung. Ein Roman (2022), war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2023 erhielt sie für ihr gesamtes bisheriges Schaffen den Klopstock-Preis für neue Literatur. Zuletzt erschien ihr Roman Ins Dunkel (2025), eine tragikomische Reise ins Kino wie auch in die politischen Abgründe nicht nur der Vergangenheit.

2024 hatte sie Poetikdozenturen an der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur inne sowie an der TU Braunschweig, 2024/2025 war sie Hauskünstlerin am Center for Literature, Burg Hülshoff.

Die Residenz wird gefördert von der ZEIT Stiftung Bucerius.

Abbildung
Angela Steidele: Foto Heike Steinweg