Führung

BADEFREIHEIT. Schriftstellerinnen und ihre Kurorte.

Kuratorenführung mit Dr. Beate Borowka-Clausberg

14. November 2026, 15.30 Uhr
im Heine-Haus

 

Opiz_Pyrmont_Allee
J.Schopenhauer_Varnhagen_Lewald

Kurorte waren im 19. Jahrhundert nicht nur Orte der Erholung. Für viele Frauen eröffneten sie Räume, in denen sie sich freier bewegen und gesellschaftliche Schranken überschreiten durften.

Die Ausstellung Badefreiheit. Schriftstellerinnen und ihre Kurorte erzählt von Reisen und Aufenthalten schreibender Frauen in Karlsbad, Pyrmont, Teplitz, Schwalbach, Schlangenbad, Wiesbaden und Baden-Baden. Im Mittelpunkt stehen Johanna Schopenhauer (1766 – 1838), eine Danzigerin, die in Hamburg lebte, bevor sie nach Weimar übersiedelte, wo sie einen berühmten Salon führte. Als erfolgreiche Schriftstellerin prägte sie die Goethezeit mit Romanen, Erzählungen und Reiseberichten, sowie Rahel Varnhagen (1771–1833), deren Briefe erst posthum von ihrem Ehemann veröffentlicht wurden und Fanny Lewald (1811- 1889), die in ihren Büchern die Emanzipation des Judentums und der Frauen propagierte und ebenfalls große literarische Erfolge feierte – Schriftstellerinnen, deren Texte und Lebenswege die kulturellen Möglichkeiten und Widersprüche ihrer Zeit spiegeln.

Dr. Beate Borowka-Clausberg führt als Kuratorin die Kabinett-Ausstellung und zeigt, wie der Kurort für schreibende Frauen zum Erfahrungsraum wurde: Hier begegneten sie anderen Reisenden, knüpften Kontakte und erprobten neue Formen weiblicher Selbstbestimmung. Die Führung beleuchtet zudem die Bedeutung der Badeorte für jüdische Frauen und die Geschichte der Emanzipation sowie die besondere Rolle der Mode auf den Kurort-Promenaden.

 

Weitere Literatur zum Thema:

An den Quellen des Hochgefühls: Kurorte in der Weltliteratur (erst über diesen Link zur entsprechenden Website, dann auf „PDF“ klicken)

 

 

Öffnungszeiten/Besichtigung:

Das Heine-Haus hat keine festen Öffnungszeiten. Besichtigungen des Heine-Hauses sind grundsätzlich nach Terminvereinbarung möglich.

Das Haus ist nicht barrierefrei.

Besichtigungsmöglichkeit ohne Führung: 29. Oktober, 11 bis 13 Uhr; 6. November, 11 bis 13 Uhr. Zusätzliche Öffnungszeiten folgen.

Begleitende Vorträge: Mittwoch, 25. November, 19.30 Uhr (weitere Termine folgen)

Kuratoren-Führungen: Samstag, 14. November, 15.30 Uhr AUSGEBUCHT; Sonntag, 6. Dezember, 12 Uhr (weitere Termine folgen)

Eintritt: 5,- Euro, Führungsgebühr 10 Euro

Gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien;

Rudolf Augstein Stiftung; Bodo Röhr Stiftung; Karin und Uwe Hollweg Stiftung

 

Bildnachweis:

Georg Emanuel Opitz: Große Allee, um 1820, Lithographie, Museum im Schloss Bad Pyrmont

Bild 2 (v.l.n.r.)

Gerhard von Kügelgen: Johanna Henriette Schopenhauer geb. Trosiener (1766–1838), 1814, Gemälde, Klassik Stiftung Weimar, Bestand Museen, Inv.-Nr. KGe/00743. Foto: Sigrid Geske.

Peter Friedel: Rahel Varnhagen, 1800, Pastell, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Abteilung Handschriften und Historische Drucke, Signatur: Portr. Slg./Bildnisschrank/m 8361.

Lazarus Wihl: Porträt der Fanny Lewald, 1851, Gemälde, Jüdisches Museum Berlin