Mittwochssoirée: Vortrag und Rezitation

Beate Borowka-Clausberg – Badefreiheit an wunderbaren Quellen der Inspiration.

Schriftstellerinnen in Kurorten

Mittwoch, 30. September 2026, 19.30 Uhr
Gartensaal des Heine-Hauses

Carlsbad-Theresienbrunn

Kur- und Seebäder waren in vergangenen Zeiten Begegnungsorte par excellence. Für Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts waren Reisen in die Bäder selbstverständlich.

Motive des Badelebens regten zu literarischer Gestaltung an. Johanna Schopenhauer beschrieb das Badeleben in Deutschland und England. Rahel Varnhagen verlegte ihren Salon ins Grüne nach Teplitz; George Sand zog es in die französischen Pyrenäen oder ins mondäne Baden-Baden; Ida Gräfin Hahn-Hahn gefiel es in Wiesbaden, aber auch in den schlesischen Bädern, und Fanny Lewald fuhr nicht nur nach Karlsbad, sondern auch nach Schlangenbad, nach Heiligendamm oder nach Ragaz in die Schweiz. In ihren Romanen, Erzählungen, Novellen, Gedichten und Reisebriefen sind diese Orte präsent geblieben und geben Einblicke in weibliche Emanzipationsversuche. Kurorte zeigten sich als Mikrokosmen einer aufgeklärten Welt und boten Frauen neue Freiheiten, die sie zu nutzen wussten. Themen des menschlichen Daseins wurden mit der Bäderthematik verknüpft und zu literarischen Werken verarbeitet.

Beate Borowka-Clausberg, M.A., Dr. phil., studierte Germanistik und Philosophie in Düsseldorf, promovierte in Kassel. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bäderliteratur, Reiseliteratur und Biographien des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie ist Vorsitzende des Hamburger Heine-Haus e.V.

Bildnachweis
Carlsbad, Theresienbrunn und Freundschaftssaal, gez. Und gest. von J. Poppel, um 1830