Mittwoch, 23. September 2026, 19.30 Uhr
Gartensaal des Heine-Hauses
„Kein anderer deutscher Dichter steht wie Heinrich Heine für den Beginn der deutsch-jüdischen Literatur … und keine andere deutsche Dichterin für deren gewaltsamen Untergang wie Gertrud Kolmar.“ Mit diesem Gedanken eröffnet die Literaturwissenschaftlerin Friederike Heimann einen Abend, der Leben und Werk der großen deutsch-jüdischen Lyrikerin Gertrud Kolmar in den Mittelpunkt stellt.
Gertrud Kolmar (1894–1943), geboren in Berlin und in Auschwitz ermordet, zählt heute zu den bedeutendsten deutsch-jüdischen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Als Frau, Jüdin und Dichterin erlebte sie die tiefgreifenden Umbrüche ihrer Zeit – jener von Hannah Arendt genannten „Feuerkette der Epoche“, – häufig aus der Perspektive einer Außenseiterin. In ihren eindringlichen, bildreichen Gedichten verleiht sie dem Fremden, dem Ungehörten und Sprachlosen eine poetische Stimme. Das Weibliche und das Jüdische durchdringen sich dabei auf einzigartige Weise.
Durch den Abend führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin der vielbeachteten Biographie In der Feuerkette der Epoche. Gertrud Kolmar – Leben und Werk (Suhrkamp, 2023). Sie lebt in Hamburg und war viele Jahre im Jüdischen Salon am Grindel aktiv. Die Gedichte Gertrud Kolmars werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt rezitiert.
Bildnachweis
Friederike Heimann, Foto: privat
Anette Daugardt, Foto: privat
Buchcover: Suhrkamp Verlag / Jüdischer Verlag